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Die Königin der Videospiele

Wenn die Mächtigen sich weigern zu helfen,
springt ein alter Freund ein.
Goliath verlangt nichts dafür –
außer dem Recht, ein bisschen Spaß zu haben...

Die Königinmutter fuhr erschrocken hoch. Beinahe hätte sie das Glas mit Schokolade umgestoßen, das der Arbeiter neben ihr abgestellt hatte. Plötzlich begann sie mit einer schrecklich unangenehmen, bedrohlichen Stimme zu zischen:

„Das also soll alles gewesen sein, ja? Nur so eine kleine Nichtigkeit, ist es das?“

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Gedanken zur Szene

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Diese Szene bietet ein herrlich absurdes Wiedersehen mit der Welt von Ameisolini. Anders als im angespannten politischen Untergrund des ersten Bandes finden wir nun ein Reich vor, das von einer Königin regiert wird, die ihre Tage auf bonbonübersäten Kissen liegend verbringt, an brutalen Computerspielen klebt und sich mit Schokoladencreme füttern lässt. Ihr königliches Gemach gleicht eher einer Gamerhöhle, ihre Untertanen sind kaum mehr als Hintergrundgeräusche.

Es ist eine brillante Satire auf entkoppelte Macht, Dekadenz und die Banalisierung von Politik. Anne, die einst half, das alte Regime zu stürzen, begegnet nun einer neuen Herrscherin, die desinteressiert und feindselig wirkt. Die Königin erinnert sich nicht einmal an sie! Und als das Gespräch auf Revolution kommt, hält sie es zunächst für ein Computerspiel.

Doch unter der Farce liegt ein tieferer Ton. Anne ist nicht hier, um in Erinnerungen zu schwelgen – sie braucht erneut ein Stück des Schrumpfpilzes. Nur die Königin kann seine Magie aktivieren… indem sie darauf kaut. Die ganze Situation ist lächerlich, aber genau das ist der Punkt: Wirkliche Veränderung hängt oft von den Launen absurder Systeme und grotesker Figuren ab.

Mehr noch: Die Reaktion der Königin – Anne hinauszuwerfen und Ben zu bedrohen – wirkt beinahe persönlich. Als wäre die revolutionäre Vergangenheit etwas, das man begraben und nicht ehren sollte. Die Szene verspottet nicht nur Übermaß und Narzissmus, sondern auch die Neigung der Mächtigen, Geschichte umzuschreiben und jene auszulöschen, die einst halfen, die Gegenwart zu schaffen, die sie nun verschwenden.

Und doch erkennt Anne, während sie die Königin in ihrem Thronbett toben sieht, noch etwas anderes: Angst. Nicht vor Rebellion, sondern vor Verantwortung. Die Königin ist nicht nur verwöhnt – sie versteckt sich. Und vielleicht erkennt Anne in dieser kindlichen Wut auch einen Schatten ihrer selbst. Die Konfrontation wird dadurch nicht nur politisch, sondern persönlich: ein Spiegel dessen, was sie selbst werden könnte, wenn sie aufhören würde, weiterzukämpfen.

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