This website uses cookies to ensure you get the best experience.
Skip to main content

Der Kampf gegen die Gorgonen

Sie folgten ihm durch Staub und Stille.
Doch die Stille verriet sie.
Nun ist er fort – und sie müssen weitergehen,
verwundet, verängstigt und völlig allein.

Aus der roten Dämmerung über ihren Köpfen tauchten mit unglaublicher Geschwindigkeit drei albtraumhaft hässliche, furchterregende Kreaturen auf.

Auf den ersten Blick sahen sie wie Frauen aus, ihre grünliche, schuppige Haut glänzte stumpf im schwachen Schimmer, der hier als Tageslicht durchging.

Weiterlesen

Gedanken zur Szene

⸻ ❦ ⸻

– ❦ –

Fido, der wilde kleine Krieger der Roten Wüste, wirkt unaufhaltsam – bis zu dem Moment, in dem er es nicht mehr ist.

Diese Szene trifft wie ein Schlag. Nicht nur wegen des monströsen Erscheinungsbildes der Gorgonen (obwohl Dianas Illustration uns den Schrecken keineswegs erspart), sondern weil etwas im inneren Gefüge der Erzählung zerbricht: unsere Annahme, dass Loyalität und Mut ausreichen, um zu siegen. Fido kämpft wie ein Held, beschützt wie ein Wächter, blutet wie eine Legende – und trotzdem wird er fortgeschleppt.

Doch was diese Szene wirklich vertieft, liegt unter dem Kampf selbst: Die Gespenster, die Fido überfallen, sind keine Fremden. Es sind seine Gespenster. Spielzeuge, die er zerstört hat. Bindungen, die er selbst zerbrochen hat. Diese Lektion haben wir bereits mit Anne gelernt – aber Fido noch nicht. Er trägt seine Vergangenheit wie eine verschlossene Kiste mit sich herum und weigert sich, hineinzusehen. Deshalb verfolgen ihn die Gespenster nicht aus dem Schatten – sie stürzen sich frontal auf ihn.

Hier dreht die Gespensterwüste das Messer tiefer: Selbst in einer Welt aus Magie und Erinnerung ist niemand sicher vor dem, womit er keinen Frieden geschlossen hat. Der Wald ist nicht mehr nur Annes Prüfung – er ist auch ein Spiegel für andere. Für Peter. Für Fido. Für alle.

Und dann ist da die Stille nach dem Kampf. Ein Umhang im Staub. Ein Kind, das um jemanden weint, den es für unzerstörbar hielt. In einem Buch voller Windhosen und Rätsel ist es ausgerechnet dieser einfache Moment, der am tiefsten schneidet: die Angst, jemanden zu verlieren, der uns Sicherheit gegeben hat.

Fido ist verschwunden. Und plötzlich sind wir nicht mehr sicher, ob diese Geschichte überhaupt ein glückliches Ende haben wird.

⸻ ❦ ⸻

– ❦ –