Ein ritterliches Duell
Ein ungeschickter Eisenritter verspottet den Träumer.
Gelächter, Schmerz, Scham...
doch dann erhebt sich eine Stimme: „Wir lieben dich.“
Und der Zauber des Zweifels zerbricht.
Der Ritter der Bildschirme sah aus wie ein unbeholfen zusammengeschraubtes eisernes Gestell auf Rädern – eine Art selbstfahrende Vorrichtung, die sich mit entsetzlichem Knarren und Klappern fortbewegte und dabei schwankte wie ein Betrunkener, vermutlich weil seine Räder nicht alle gleich groß waren.
Auf dem Gestell war etwas montiert, das einem quadratischen Turm aus Blechplatten ähnelte, und ganz oben auf diesem seltsamen Apparat waren mehrere Fernsehbildschirme an den Seiten des Turms befestigt. Wie genau dieses technische Wunderwerk funktionierte, blieb ein Rätsel, doch eines war sicher – die Fernseher arbeiteten tadellos und zeigten die Szene und den Ritter der Bildschirme selbstgefällig hin und her wankend.
„Applaus für den Ritter der Bildschirme!“, verkündete Goliath, und diesmal begannen die Freunde tatsächlich zu klatschen – zögerlich, sich mühsam über ihre Verwirrung hinwegsetzend.
„Und nun hören wir den Helden selbst!“, fuhr Goliath fort, und aus den Lautsprechern erklang eine weitere mechanische Stimme:
„Oh ruhmreicher und niemals genug gepriesener Ritter Don Quijote de la Mancha! Ich bin der Ritter der Bildschirme, und meine unerhörten Taten mögen meinen Namen wohl bereits in dein Gedächtnis eingegraben haben. Ich bin gekommen, dich zum Zweikampf herauszufordern und die Stärke deiner Arme zu prüfen, damit ich dich dazu bringe, einzugestehen und zu verkünden, dass meine Dame – es tut nichts zur Sache, wer sie ist – weit schöner ist als deine Dulcinea von Toboso. Wenn du diese Wahrheit sofort anerkennst, wirst du dein Leben retten und mir die Mühe ersparen, es dir zu nehmen. Wenn du dich jedoch zum Kampf entscheidest und besiegt wirst, verlange ich nur eine einzige Genugtuung – dass du, nachdem du deine Waffen niedergelegt und aufgehört hast, Abenteuer zu suchen, in meine Bildschirme blickst, um dein wahres Spiegelbild zu erkennen. Bist du bereit zum Duell, edler Ritter?“
Gedanken zur Szene
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Es gibt Szenen, in denen die Seele einer Geschichte durch die Risse der Parodie hindurch sichtbar wird. Dies ist eine davon.
Herr Klock – von Opa Igel mit großer Sorgfalt wieder zusammengebaut – ist nicht mehr derselbe. Er kehrt ins Leben zurück, überzeugt davon, jemand anderes zu sein: Don Culotte de la Mangia, der „Ritter der Fritteuse“ oder etwas ähnlich Absurdes. Der Name, ein groteskes Wortspiel, ruft zugleich Hunger und Wahn, Komik und Verzweiflung hervor. Und das ist kein Zufall.
Dieses ganze Duell ist eine sorgfältig inszenierte Farce. Auf den ersten Blick könnte man meinen, wir sähen hier einfach eine harmlose Parodie auf Don Quijote. Aber das wäre zu einfach. Was wir tatsächlich erleben, ist, wie tief ein Mensch sich in eine Fantasie verlieren kann – besonders dann, wenn die Wirklichkeit zu schmerzhaft geworden ist, um ihr ins Gesicht zu sehen.
Der „Ritter der Bildschirme“, der Don Culotte herausfordert, ist kein edler Gegner. Er ist eine groteske Mischung aus Monitoren und mechanischen Armen, ein Spiegel aus Schaltkreisen und Grausamkeit. Und was er Herrn Klock zurückspiegelt, ist vernichtend: kein Held, kein tapferer Ritter, sondern eine kaputte Uhr ohne Kuckuck.
Und dann geschieht etwas Seltenes. Anne, bis jetzt eher eine Wanderin durch diese zerbrochene Welt, tritt vor – nicht mit Magie, nicht mit Schwertern, sondern mit Liebe. Ihre Worte, direkt und zärtlich, durchdringen den Wahn. Sie erinnert Klock daran, wer er wirklich ist – kein Ritter, sondern jemand, der geliebt wird. Jemand Einzigartiges.
Der Wahnsinn weicht. Die Maschine zieht sich schmollend zurück. Und für einen flüchtigen Moment zeigt sich die wahre Magie dieser Welt – nicht in Verwandlung, sondern im Wiedererkennen.